Da Musik im besonderen Maße Ausdruck von Emotionen ist, führt die intensive Beschäftigung mit Musik oft zu erhöhter Sensibilität und Empathie. Menschen, die viel Musik hören oder selbst ein Instrument spielen, nehmen Stimmungen wie Wut, Trauer und Freude in der Musik, in der gesprochenen Sprache und in den Gesichtsausdrücken ihres Gegenübers differenzierter wahr.

Musik steigert Empfindsamkeit und menschliches Einfühlungsvermögen

Dies wiederum fördert die so genannte emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Musik macht uns also sozialer und toleranter im Umgang mit anderen. Dies gilt in besonderem Maße auch für Kinder.

„Musik als Gemeinschaftserlebnis macht besonders viel Spaß. Wer allein am Klavier spielt, trainiert vornehmlich feinmotorische Fertigkeiten, Gehör und Gedächtnis. In der Gemeinschaft mit anderen kommt eine weitere wichtige Dimension hinzu: Man will zusammen etwas Schönes erschaffen, muss sich dafür konzentrieren, auf andere einstellen“.
(Professor Dr. med. Eckart Altenmüller, Direktor des „Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin (IMMM) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)

Musik tut gut – in jeder Hinsicht

Musik macht uns vielleicht nicht zu Intelligenzbestien und ersetzt auch keine schulische Nachhilfe. Aber unabhängig davon, welche Transferleistungen Musik zu leisten imstande ist, hat das aktive Ausüben von Musik bis ins fortgesetzte Alter einen unbestritten positiven Einfluss auf unsere kognitiven, motorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten.

Dabei sollten wir eins nicht vergessen: Musik sollte in erster Linie Spaß machen. Ein Kind gegen seinen Willen zu zwingen, ein Instrument zu lernen, um seine schulischen Leistungen zu verbessern, wäre sinnlos. Zumal sich leistungs- und konzentrationssteigernde Effekte auch durch andere komplexe Beschäftigungen wie ein Lesetraining erreichen lassen. Zeigt ein Kind jedoch Interesse an einem Instrument, so sollte es darin so weit wie möglich unterstützt werden. Schon deshalb, weil Musizieren – unbestritten – eine tolle Sache ist.